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Auf geht-s-der Reha-Podcast! Auf geht-s-der Reha-Podcast!

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.


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Heute stehen die Menschen im Vordergrund, die in der Gesellschaft oft ganz weit außen stehen und häufig nicht nur mit realen äußeren Einschränkungen, sondern auch mit Stigmatisierungen zu kämpfen haben: Rollstuhlfahrer. Es gibt unendlich viele Gründe, wieso jemand im Rollstuhl landet. Ob es eine Krankheit ist, die sich durchs ganze Leben zieht oder schleichend beginnt, ein schrecklicher Unfall oder ein Fehler der Mediziner, der niemals hätte passieren dürfen: Die Betroffenen müssen damit leben. Besonders, wenn es von einem Moment auf den anderen passiert, dass die Menschen ihrer bisher gewohnten Mobilität und anderer physischer Fähigkeiten beraubt werden, ist das nicht selten ein schwerer Schlag. Peer Klausing hat für sich einen Weg gefunden, mit seinem Schicksal umzugehen und davon erzählt er in unserem aktuellen Beitrag.

Peer Klausing ist seit einer gescheiterten Operation teilquerschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Das hat für ihn eine umfangreiche Umstrukturierung seines Lebens bedeutet, aber inzwischen hat er seinen Platz gefunden und ist zu seiner damals noch Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau in die Nähe von Bremen gezogen. Ursprünglich stammt er aus Sachsen. Mit seiner Frau teilt er die Leidenschaft des Tanzens und hat in Bremen beim TanzCentrum Gold und Silber Bremen e.V., einen Ort gefunden, an dem er trotz Rollstuhl die Möglichkeit hat, sich mit anderen Menschen rhythmisch zu bewegen. Es gibt Tanzpaare mit zwei Rollstuhlfahrern aber auch gemischt mit einem Rollstuhlfahrer und einem Fußgänger. Peer Klausing beschreibt, dass dies eine ganz andere Art des Tanzens ist, als die meisten gewohnt sind, weil natürlich keine Beine zur Verfügung stehen, mit denen man Schritte ausführen könnte. Er erklärt, man müsse mehr mit dem Kopf arbeiten, weil die Bewegungsabläufe anders sind. Welche Art von Rollstuhl benutzt wird, spiele dabei keine Rolle, jeder, der im Rollstuhl sitzt und tanzen möchte, ist zugelassen. Der Rollstuhltanz ist je nach Partner mit verschiedensten Tänzen ausführbar, wie beispielsweise Walzer, Tango, Cha-Cha-Cha oder auch Quickstepp. Peer und seine Frau trainieren ein Mal die Woche, aber es können auch bis zu drei oder vier Mal werden, wenn Turniere anstehen.

Wer im Rollstuhl landet, muss erst lernen, mit der neuen Situation umzugehen, aber wenn der Punkt kommt, wo es Zeit wird nach Angeboten zu suchen, ist es oft schwer, sich richtig zu informieren und zu erfahren, was es tatsächlich alles für die eigene Situation gibt. Dabei gibt es viele Netzwerke, bei denen man sich informieren kann oder auch Vereine, die Hilfe und Aktivitäten anbieten. Als Beispiel nennt hier Jörg Dommershausen einen Verein, der sich erst kürzlich in Bremen gebildet hat, „Leben mit Schädel-Hirn-Trauma“, oder das Neuro-Netzwerk Weser-Ems. Zusätzlich zu einer guten Vernetzung innerhalb der Gemeinschaft der Rollstuhlfahrer ist es für Betroffene auch wichtig, in Kontakt zur Welt zu bleiben und Peer Klausing ist es gelungen, die Inklusion, von der so viel gesprochen wird, tatsächlich zu leben: Vor kurzem nahm Peer mit seiner Frau am Breitensporttunier für Rollstuhltanz bei den Hannoversche Tanzsporttage teil und erzielte mit ihr den dritten Platz. Auch zu den DanceDaysBerlin reisten sie quer durch Deutschland. Im September geht es für die Beiden nach Duisburg zum Tanzeninklusiv Festival.

Im Imagefilm der Rollstuhltanzgruppe des TanzCentrum Gold und Silber Bremen e.V., kannst du dir einen kleinen Einblick verschaffen, wie ein Rollstuhltanz aussieht.

Peer macht in seiner Freizeit neben dem Rollstuhltanz noch die Kampfsportart Taekwondo beim TV Heiligenloh. Als einziger Rollstuhlfahrer unter Fußgängern. Peer Klausing zeigt ein hervorragendes Beispiel, wie man als Rollstuhlfahrer das Beste aus seiner Situation machen, nah am Leben und fit bleiben kann.

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Heute geht es um ambulante neurologische Behandlungsmöglichkeiten nach einem Unfall. Für eine vollständige Heilung nach beispielsweise einem Schädel-Hirn-Trauma ist eine solche Behandlung essentiell. Leider werden nicht immer alle neurologischen Unfallfolgen als solche erkannt. Zu den neurologischen Unfallfolgen kommen dann oftmals auch noch neuropsychologische Unfallfolgen. Dieses Thema hatte der „Auf geht’s – der Reha-Podcast!“ ja schon in seinen Sendungen mit Frau Sokoll-Potratz und Frau Armgardt aufgegriffen. Auf diesem Fachgebiet herrscht ein großer Mangel an nieder- und zugelassenen Neuropsychologinn/en, vor allem auf dem Land. Prof. Dr. med. Matthias Spranger berichtet im Gespräch über seine Arbeit und Probleme in der Behandlung.

Prof. Dr. med. Matthias Spranger ist einer der drei Betreiber des Neuropsychatricum Bremens und ehemaliger Chefarzt des NRZ Friedehorst. Früher hatte Herr Prof. Dr. Spranger als Behandlungsschwerpunkt die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen.
Mit dem Neuropsychatricum konnte Herr Prof. Dr. Spranger seine Spezialisierung auf die Behandlung von Erwachsenen erweitern. Neurologen gibt es in Deutschland in einer ausreichenden Zahl. Jedoch gibt es kaum Neuropsychologinn/en. „Das wird im Studium gar nicht behandelt“ so Professor Spranger. Auch in der Ausbildung wird das Thema nicht oder nur unzureichend angesprochen. Als Folge dessen gibt es in Deutschland kaum Neuropsychologinn/en. „In Bremen gibt es zwei zugelassene Neuropsychologen für vielleicht eine Million Menschen“.

Und in ländlichen Gegenden gibt es oftmals gar keine. Trotzdem ist das Thema bei der Rehabilitation nach einem Unfall absolut wichtig. Dabei können bei der Behandlung Komplikationen vor allem bei jungen Leuten auftreten. Denn diese haben oftmals mehr Probleme ihr Leben mit der Behandlung und Rehabilitation zu vereinbaren.
Ein weiteres Problem sind die akuten und ambulanten Behandlungen direkt nach einem Unfall. Diese sind zahlreich und wichtig können aber den Arzt, welcher die Nachbehandlung durchführt verwirren. Deshalb ist es als Patient absolut wichtig seine eigene Fallakte mitzubringen.

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Rollstühle müssen immer individuell für den jeweiligen Benutzer eingestellt werden. Trotzdem haben viele Probleme mit ihren neuen Rollstühlen und das trotz sorgfältiger Ausmessung mit dem Maßband. Die Nachbearbeitung der Rollstühle kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und im schlimmsten Fall muss der gesamte Rollstuhl neu hergestellt werden.

Auch wenn auf dem Papier alles stimmt, kann das in der Realität nicht der Fall sein. Denn fast alle neuen Rollstuhlfahrer kennen sich nicht mit dem Fahrverhalten des Rollstuhls aus oder wissen nicht worauf sie zu achten haben. Sowohl Jörg Dommershausen als auch Mario Addicks von der Firma Meyra kennen dies bereits von vielen Patienten.

Dabei fängt es bereits bei der Vermessung an, bei der viele die Maße in einem normalen Garten- oder Bürostuhl aufnehmen. Diese Werte lassen sich absolut nicht auf einen Rollstuhl übertragen. Dadurch wird die Sitzbreite viel zu eng oder so breit, dass der Benutzer im Sitz immer hin und her rutscht. Die Position der Antriebsräder und die damit verbundene Neigung des Sitzes sind ebenfalls wichtig. Der Benutzer muss die Räder einfach bedienen können und muss ein für ihn angenehmes Fahrgefühl bekommen. Denn dieses ändert sich mit der Verschiebung der Position der Räder komplett. Auch spielt die Sitzhöhe eine entscheidende Rolle. Je nach Art der Behinderung und der Erkrankung muss der Sitz entweder tiefer oder höher eingestellt werden. Dabei muss man ebenfalls die körperliche Verfassung des Benutzers beachten. Jemand der eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur besitzt benötigt beispielsweise einen tieferen Sitz als jemand, der eine eher schwache Muskulatur hat. Zu guter Letzt muss dem Benutzer auch klar sein wofür er seinen Rollstuhl im Alltag braucht. Er muss ebenfalls darauf achten, dass die Verladehilfe seines Autos mit dem neuen Rollstuhl kompatibel ist.

Der Werkzeugrollstuhl Meyra Adjust von der Firma Meyra soll dies alles vereinfachen. Der Stuhl besitzt abnehmbare Räder, welche in ein Gitter gesteckt und so beliebig eingestellt werden können. Auch besitzt der Werkzeugstuhl eine frei verstellbare Rückenlehne und einen einstellbaren Sitz. Diese Einstellungen können allesamt vor Ort und ohne Werkzeuge durchgeführt werden. Das ermöglicht es den Benutzern bereits während der Erstversorgung einen perfekt sitzenden Rollstuhl zu konfigurieren. Der größte Vorteil ist jedoch, dass der Patient verschiedene Konfigurationen für seinen neuen Rollstuhl ausprobieren kann. Und das ohne den Rollstuhl dabei jedes Mal zur Werkstatt schicken zu müssen.

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Im heutigen Podcast geht es um behindertengerechte Wohnraumgestaltung. Herr Böker, Architekt in Hameln, hat sich auf barrierefreies und behindertengerechtes Bauen spezialisiert. Bereits sein Onkel, bei dem er die Lehre gemacht hat, hat sich in diesem Bereich vertieft und Herr Böker, der das Architekturbüro von seinem Onkel übernommen hat, hat dessen Arbeit fortgeführt. Oft geht es vor allem darum, Klarheit zu schaffen, ob gewisse Umbauarbeiten überhaupt möglich beziehungsweise finanziell sinnvoll sind. Als Beispiel nennt Herr Böker einen Fall, bei dem ein Patient nach der Heilbehandlung provisorisch bei seinen Eltern einziehen will.

Da es sich nur um eine kurze Zeitdauer handelt, sind hier kostenintensive Maßnahmen nicht zielführend. Wie lange eine solche Planung und Umsetzung dauern kann, lässt sich pauschal nicht sagen. Herr Böker bearbeitet oft mehrere Aufträge parallel und kann seine Zeit somit nicht nur in ein Projekt investieren. Herr Böker sagt dazu: „Das kann innerhalb weniger Tage fertig sein, das kann sich natürlich auch hinziehen, insbesondere dann, wenn vielleicht sogar noch baurechtliche Sachen vorab geklärt werden müssen.“ Denn nicht immer ist das, was notwendig ist, auch erlaubt. Als Beispiel nennt Herr Böker hier ein Bauvorhaben, bei dem ein Zubau nötig wäre, dieser würde allerdings in der Bauflucht stehen und seine festgelegte Grenze überschreiten. Hier ist es notwendig, das Bauamt zu verständigen.

Natürlich gibt es hier, wie auch überall anderswo, DIN-Richtlinien. Herr Böker erklärt, dass sich diese bei Bestandshäusern oft nicht umsetzen lassen. Ist in einer Mietwohnung etwa das Badezimmer eher klein, lässt sich dieses oft nicht einfach vergrößern. Bei Neubauten ist das natürlich einfacher. Aber auch hier ist zu beachten, dass die vorgegebenen DIN-Richtlinien für den Betroffenen selbst vielleicht gar nicht passen. „Es gibt ja durchaus Versicherte, Geschädigte, die zum Beispiel größere Flächen brauchen als die, die in der Norm vorgegeben sind, weil sie mit gestreckten Beinen im Rollstuhl sitzen oder weil sie einen Pflegerollstuhl benötigen, in dem sie geschoben werden“, sagt Herr Böker. Aber nicht nur bei privaten Wohnräumen, sondern auch bei der Arbeitsplatzgestaltung ist er im Einsatz. Hier ist es aufgrund des bereits vorher getroffenen Kostenvoranschlags und der Bereitschaft der Zahlung der Berufsgenossenschaft relativ unkompliziert, die passenden Maßnahmen umzusetzen.

Sollte ein Betroffener keine Möglichkeit haben, sich an Haftpflichtversicherer oder Berufsgenossenschaften zu wenden, ist es wichtig zu erkennen, was die grundlegenden Bedürfnisse sind, denn natürlich sind solche Anpassungen oft mit hohen Kosten verbunden. Herr Böker rät: „Da muss man halt schauen, was kann ich mit meinem Geld, das mir zur Verfügung steht, wirklich machen.“ Dabei bekommt man leider oft nicht die optimale Variante, sondern eben die finanziell leistbare.

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2006 hatte Eva Sieve einen Fahrradunfall. Im Krankenhaus wurde ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Nach einem halbjährigen Krankenhausaufenthalt folgte die Reha, anschließend wurde sie zum regelmäßigen Gast im Aphasie-Zentrum. Noch heute bemerkt sie Folgen des Unfalls: "Es gibt Tage, wo ich viel vergesse, mir keine Namen merken kann ..."

Allerdings war sie zunächst auf den Rollstuhl angewiesen. Als sie wieder zu Hause war, konnte sie zwar laufen, aber "ich konnte kein Wort sprechen und hatte keine Haare, Schwindelgefühl und nur den linken Blick".

Eine Behinderung, die keiner sieht

Inzwischen ist Eva Sieve wieder eine aktive Frau, die ihre Zeit anderen Betroffenen widmet. "Es ist ein bisschen ein Fluch, wenn man eine Behinderung nicht sieht - die Leute denken, die hat ja nichts", schildert Eva Sieve die Reaktionen, wenn sie von den letzten noch verbliebenen Folgen des Unfalls, der Vergesslichkeit, erzählt. Dabei war es ein langer Weg, bis sie so weit wieder hergestellt war. Seit 2007 sucht sie das Aphasie-Zentrum auf und nimmt noch immer an beispielsweise Sprachgruppen teil.

Aktive Tätigkeit

Eines Tages wurde sie vom Leiter des Aphasie-Zentrums gefragt, ob sie nicht aktiv dort anfangen möchte. Sie sagte zu. Seitdem untersteht ihr der Kreativraum, der von anderen Gästen der Einrichtung während der Therapiepausen aufgesucht wird. Sie dürfen dort selbst entscheiden, was sie tun möchten - "die meisten malen gerne", berichtet Eva Sieve. Das ist einfacher als mit einer Schere zu hantieren, vor allem bei einer halbseitigen Lähmung: "Es soll ja auch nicht so schwierig sein, es macht keinen Spaß, wenn nichts klappt". Bei Bedarf geht sie zur Hand und übernimmt Dinge, die ein Gast (noch) nicht wieder kann.

Daneben ist Eva Sieve im sozialen Dienst des Zentrums tätig. Hier bemüht sie sich unter anderem, die Atmosphäre möglichst heimisch zu gestalten, indem sie Aufenthaltsräume liebevoll dekoriert: "Das Ambiente soll ein bisschen aussehen wie zu Hause".

Von sich selbst berichtet sie, dass sie gut zurechtkommt, obgleich nicht alles genau wie vorher ist. Nun versucht sie, andere auf diesem Weg zu unterstützen.

Schlüsselwörter
Unfall, Unfallopfer, Schädel-Hirn-Trauma, Aphasie-Zentrum Vechta, Sprachgruppen, Kreativraum, Vergesslichkeit, Rehabilitationsmaßnahmen, Eva Sieve, halbseitige Lähmung, Rollstuhl

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