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Auf geht-s-der Reha-Podcast! Auf geht-s-der Reha-Podcast!

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.


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Beim Namen Cyberdyne denken die meisten Menschen an die Firma aus der Terminator Filmreihe, welche die Killerroboter erschuf die die Menschheit an den Rand der Vernichtung bringen. Auch der Name HAL wird meistens mit einem wahnsinnigen Bordcomputer in Verbindung gebracht, welcher die Crew seines Schiffs brutal ermorden will. Nicht in diesem Fall. Der HAL (Hybrid Assistive Limb) der Firma Cyberdyne aus Bochum ist ein Exoskelett, der partiell gelähmten Patienten hilft wieder richtig laufen zu lernen.

Patienten mit einer teilweisen Lähmung nach einem Unfall oder Schlaganfall haben dasselbe Problem: Sie verlernen es die Muskeln in ihren gelähmten Gliedmaßen zu bewegen, wodurch diese ebenfalls verkümmern. Der HAL setzt bei der Therapie genau dort an. Laut Joerg Winkler funktioniert der Anzug „wie bei einem Pedelec“. Heißt, dass der Anzug nur die Bewegungen des Benutzers verstärkt, wenn dieser sich selber bewegt, der Bewegungsprozess findet also nicht automatisch statt. Der Anzug wird von Spezialisten auf jeden Benutzer individuell eingestellt. Mithilfe von Elektroden, die an den Muskeln angebracht werden, überträgt der Patient die Bewegungsbefehle an das Exoskelett. Das Ziel ist es nach der rund drei monatigen Behandlung wieder selbstständig ohne Hilfe bzw. mit geringem Hilfsmitteleinsatz wieder laufen zu können.

Bis das passiert steht dem Patienten fünf Mal die Woche ein hartes Training bevor. Und das nicht nur in den 30-minütigen Sitzungen mit dem Anzug. Auch andere physiotherapeutische Behandlungsmethoden werden mit eingebunden. „Es ist wie bei jedem anderen Training auch“ meint Jörg Winkler. „Schwitzen, keuchen, Anstrengung und teilweise auch harter Kampf“ stehen dem Patienten bevor. Dazu gehört aber auch die Freude über kleine und große Fortschritte bei der Therapie.

Diese Art der neuartigen Behandlung hat jedoch auch seine medizinischen und gesetzlichen Beschränkungen. So können Patienten nur daran teilnehmen, wenn sie nicht komplett gelähmt sind und noch bis zu einem gewissen Grad Kontrolle über die Gliedmaßen haben. Ebenfalls werden die Kosten der Therapie bis jetzt nur für Mitglieder von Berufsgenossenschaften nach Arbeitsunfällen übernommen, teilweise übernehmen manche Privatversicherungen die Kosten.

Selbstzahlung ist natürlich auch möglich. Gesetzlich Versicherten kann diese Therapie aufgrund der fehlenden Heilmittelzulassung noch nicht angeboten werden.
Jedoch können Patienten durchaus bei ihren Ärzten und Therapeuten nachfragen und der Zulassungsprozess ist bereits im Gange. Auch kommt nicht jeder ins Therapieprogramm. Vor der Behandlung muss der Patient zunächst einmal vom eigenen Arzt untersucht und dann nochmal von einem Facharzt auf die Tauglichkeit untersucht werden. Fragen schadet jedoch nicht.

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Heute geht es im Podcast über Unfälle und das Hilfsprojekt von Heike Berding. Opfer von Unfällen steht unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis ein Notfallseelsorger zur Verfügung. Oftmals realisieren die Betroffenen allerdings erst Tage danach was wirklich passiert ist. Und in diesen Fällen helfen dann Verkehrsunfallopfer Beratungen, wie sie Heike Berding in der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim anbietet.

Die Opfer von Unfällen sind dabei nicht nur die Geschädigten. Auch Zeugen, Helfer und die Unfallverursacher selbst können unter Schock stehen. Heike Berding bietet diesen Menschen als einzige Verkehrsunfallopferberaterin in Niedersachsen seit Anfang Januar 2018 ihre Hilfe an und spricht mit ihnen. Dabei muss sie als Polizistin natürlich gewisse Regeln beachten. Zum einen darf sie nur aktiv werden, wenn es beim Unfall Todesopfer gibt. Zum anderen steht sie auch unter dem sog. „Strafverfolgungszwang“. Wenn Zeugen, Opfer und Unfallverursacher im Gespräch mit ihr bislang unbekannte Details zum Unfallhergang nennen, muss sie diese melden und schriftlich festhalten. In den Gesprächen selbst geht es aber meistens nicht um die Unfälle. Oft geht es eher um die Nöte und die Sorgen der Menschen und die Verarbeitung des Traumas. Heike Berding reist dafür im Emsland und in der Grafschaft Bentheim zu den Betroffenen und spricht mit ihnen zu Hause. In einer vertrauten Umgebung gibt sie den Menschen Ratschläge über die nächsten Schritte, hilft ihnen bei den verwaltungstechnischen Maßnahmen wie z.B. die Meldung des Unfalls bei der Versicherung. Ebenfalls bietet sie den Betroffenen eine sog. Trauerbegleitung an, bei der sie die Hinterbliebenen in den Tagen und Wochen nach dem Unfall begleitet und seelisch unterstützt. Auch steht Heike Berding im Kontakt mit Traumatologen und Einrichtungen, welche sich auf diese Art von Traumata spezialisiert haben.

Angefangen hat alles mit dem Unfallpräventionsprojekt „Abgefahren – wie krass ist das denn“. Dieses Projekt richtet sich hauptsächlich an junge Fahrer und Fahranfänger zwischen 16 und 24 Jahre und soll bei diesen ein Bewusstsein für sicheres Fahren schaffen. Behandelt werden dabei tödliche Unfälle, welche von jungen Fahrern verursacht werden. Es ist eine geschlossene Veranstaltung mit einer langen Warteliste.

Zu Wort kommen dabei Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute, die bei besonders schlimmen Unfällen vor Ort waren. Unfallopfer erzählen ihre Geschichte und wie sie sich zurück ins Leben kämpfen mussten. Hinterbliebene berichten über das Leben nach dem Unfall und es kommen auch Unfallverursacher zu Wort. Das Ganze wird dabei ungeschönt mit allen Details und direkt über die Bühne gebracht. Weitere Informationen zu Heike Berding und Details zur Kontaktaufnahme finden Sie auf der Webseite der Polizeidirektion Osnabrück.

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„Angehörige haben wenig Form der Begleitung. Das wird immer noch zu wenig zum Thema gemacht.“ fasst Kathrin die Situation zusammen.
Dabei müssen gerade die Angehörigen viel leisten, wenn nach einem Unfall mit schweren Folgen nichts mehr so funktioniert wie früher. Die Anforderung für andere stark sein zu müssen, stellt für viele eine enorme Belastung dar.

Während es für die Betroffenen eine Vielzahl an verschiedenen Angeboten gibt, in denen sie Unterstützung erfahren, werden die Angehörigen kaum mit in den Blick genommen. Schnell stellt sich dann das Gefühl ein, zurückgesetzt zu werden. Dies beeinflusst auch das Verhältnis zwischen Betroffenen und Angehörigen. Was fehlt, ist eine Trennung des Privatlebens und der neuen Situation durch die Unfallfolgen.

Einem ganzheitlichen Ansatz folgen die Seminare des Aphasie-Zentrums Vechta Hier haben Angehörige und Betroffene die Möglichkeit, gemeinsam ihre Probleme offen zu legen, Unterstützung zu bekommen und einander die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, die jeder in seiner Situation verdient.

Aber es gibt noch weitere Auswege und Möglichkeiten mit der neuen Situation umzugehen. Nicht immer muss es gleich der Weg in die psychologische Therapie sein. Diese verbucht Erfolge über einen langen Zeitraum hinweg, ist aber nur selten in der Lage kurzfristig die nötige Unterstützung zu leisten. Sozialdienste können hierfür eine mögliche Anlaufstelle darstellen. Wichtig ist auch eine Änderung im Selbstmanagement: Durch die richtige Organisation des Umfelds kann man sich Freiräume schaffen und wer sich im Austausch mit anderen auf Augenhöhe begegnet, gewährleistet die Gegensteigung Achtung untereinander.

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Der Neuropsychologe Ralf Heindorf ist heute zu Gast bei rehamanagement-Oldenburg. Ralf Heindorf hat sich auf die neuropsychologische Behandlung von Kinder spezialisiert. Die Neuropsychologie und die Rehabilitation von Kindern war schon öfter Thema im „ Auf geht’s – der Reha-Podcast!“. Gerade bei den Kindern, die sich ja noch entwickeln, können sich gerade die neuropsychologischen Unfallfolgen immens auswirken. Die Neuropsychologie ist ein Teilbereich der Psychologie. Es geht um Dinge wie, Merkfähigkeit, Denken, Informationen verarbeiten, Lesen und vieles mehr.

„Bei Kindern muss man spielerisch vorgehen!“, so Ralf Heindorf. Neuropsychologische Therapie bei Kindern ist umfangreich und fordert den Therapeuten. Es gibt keine Standards und fordert die Kreativität des Therapeuten, weil es einfach lebhafter ist.

Eine neuropsychologische Diagnostik sollte frühestens ab dem dritten Lebensjahr beginnen. „Vor dem dritten Lebensjahr kann man eine Entwicklungsdiagnostik machen!“ berichtet Ralf Heindorf. „Davor sind Aussagen zu schwammig, weil Entwicklung und Unfallfolgen so miteinander verstrickt sind, dass man sie nicht voneinander trennen kann“ erklärt Ralf Heindorf.

Laut Ralf Heindorf sagt die WHO, dass die Jugend mit Mitte zwanzig endet. Die Hirnstrukturen entwickeln sich gerade in den Jugendjahren sehr dynamisch, insbesondere im Bereich des Frontalhirns.

Wichtig ist die Beteiligung der Eltern bei der neuropsychologischen Therapie von Kindern. Gerade die Sorgen der Eltern sind wichtig und müssen aufgenommen und besprochen werden. Da geht es in vielen Fällen um die Zukunftsmöglichkeiten des Kindes, auch wenn diese gerade bei kleinen Kindern gar nicht bekannt sein können. Spannend ist, dass die Kinder gar nicht einmal in der therapeutischen Situation die Ängste haben, wie ihre Eltern. Und beiden Seiten kann geholfen werden.

Da geht es um Strategien, wie mit einem neuropsychologischem Handikap im Alltag umgegangen werden kann. Sei es im Freundeskreis, im Kindergarten, in der Schule oder in der Berufsausbildung.

Die große Sorge bei Eltern ist, wird das, was ich jetzt sehe, auch in fünf Jahren noch so sein. Natürlich nicht, denn durch die neuropsychologische Therapie werden Wege geschaffen, die Situation zu meistern. Naturgemäß kann man bei Kindern nicht sagen, wie sie sich entwickeln. Das hat aber nicht zwingend etwas mit einem Unfall zu tun. Es gibt manch 24-jährigen, der wie ein Teenager wirkt, und genauso kann es umgekehrt sein.

Leider machen wir von rehamanagement-Oldenburg immer wieder die Erfahrung, dass insbesondere Hirnverletzungen bei Kindern nicht erkannt werden. Gerade wenn es um die vermeintlich „leichte Gehirnerschütterung“ geht. Treten Bewusstlosigkeit und/oder Erinnerungslücken auf, sollte über bildgebende Diagnostik und eine neuropsychologische Diagnostik nachgedacht werden. Kommt dabei nichts raus, umso besser. Dann sind die Kinder und die Eltern auf dem richtigen Weg. Sollte aber doch etwas vorhanden sein, kann schnell therapeutisch eingegriffen werden. Fehlt die Diagnostik, dann kann der Reha-Weg unnötig lang (über mehrere Monate) dauern. Für das betroffene Kind und die Eltern ein langer harter Weg und für die Kostenträger eine teure Angelegenheit.

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In dieser Sendung geht es um die berufliche Rehabilitation nach schweren nervlichen Schäden: Diagnose Schädelhirntrauma dritten Grades. Ein SHT Grad 3 folgt aus mindestens 60-minütiger Bewusstlosigkeit und hat in der Regel gravierende neurologische Folgeschäden, bei denen grundlegende Fähigkeiten wie Sprache und kognitives Verständnis beeinträchtigt werden können. Im Gespräch erzählt Florian Borrmann von seinen ganz persönlichen Erfahrungen nach einem Autounfall im Jahr 2002. Der oft steinige Weg begann für ihn im Neurologischen Rehabilitationszentrum Friedehorst.

Im NRZ Friedehorst verbrachte Florian Borrmann ein ganzes Jahr. Er musste nach dem schweren Schädelhirntrauma, welches im Volksmund (bei leichteren Fällen) oftmals auch „Gehirnerschütterung“ genannt wird, viele Dinge neu erlernen: zum Beispiel essen, laufen, und auch das Sprechen. Danach schaffte er es, einen Hauptschul- sowie einen Realschulabschluss zu erlangen, was ihn jedoch ganze vier Jahre kostete.

Im Anschluss folgte für Borrmann ein einjähriger Aufenthalt in der Reha-Aktiv Bersenbrück, in der er Unterstützung bei der Berufsorientierung erhielt. Erstmals hat er dort auch eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen – die Wohnung sowie Reha wurden dabei finanziert von der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Schließlich begann Florian Borrmann eine Ausbildung zum staatlich geprüften Pflegeassistenten, die er innerhalb von drei Jahren abschloss. Er betont, dass sowohl die Reha als auch die schulische Ausbildung nicht immer einfach war: Lernen sowie das Austarieren der Wohnsituation fiel ihm schwer – zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Aber durch die engagierte Unterstützung der Familie hat er es geschafft, die Bewerbungsphase zu überbrücken.

Eine Stelle fand er bald im Aphasie-Zentrum Vechta: dort ist Florian Borrmann seit 2014 als Arbeitnehmer im hauswirtschaftlichen Bereich tätig. In diesem Bereich sah Borrmann schon immer seine Interessen und Stärken, und kann diese somit nun voll und ganz ausnutzen. Er ist mobil und kann wie gewünscht eher manuellen statt schreibtischintensiven Tätigkeiten nachgehen. Florian Borrmann fühlt sich zwar im „hier und jetzt“ angekommen und ist zufrieden mit seiner Situation und auch seinem aktuellen Arbeitsplatz, ist aber zugleich auch ambitioniert, im Leben weitere Erfahrungen zu sammeln und auch mal den Job zu wechseln. Er erinnert sich gerne an die Motivation in der Ausbildung zum Sozialassistenten zurück, die ihm dabei geholfen hat, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und „durchzustarten“.

Die persönliche Geschichte von Florian Borrmann verlief dank beruflicher Rehabilitation also überaus positiv. Weitere Informationen über die Leistung zur Teilhabe, vor allem auch bei bleibenden Schäden bis hin zur Behinderung, erhält man unter anderem beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

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