Logo

Auf geht-s-der Reha-Podcast! Neue Wege schaffen für Unfallopfer, Rechtsanwälte und Versicherungen im Personenschadenmanagement

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.


Download (12 MB)

Logo

Heute geht es um ambulante neurologische Behandlungsmöglichkeiten nach einem Unfall. Für eine vollständige Heilung nach beispielsweise einem Schädel-Hirn-Trauma ist eine solche Behandlung essentiell. Leider werden nicht immer alle neurologischen Unfallfolgen als solche erkannt. Zu den neurologischen Unfallfolgen kommen dann oftmals auch noch neuropsychologische Unfallfolgen. Dieses Thema hatte der „Auf geht’s – der Reha-Podcast!“ ja schon in seinen Sendungen mit Frau Sokoll-Potratz und Frau Armgardt aufgegriffen. Auf diesem Fachgebiet herrscht ein großer Mangel an nieder- und zugelassenen Neuropsychologinn/en, vor allem auf dem Land. Prof. Dr. med. Matthias Spranger berichtet im Gespräch über seine Arbeit und Probleme in der Behandlung.

Prof. Dr. med. Matthias Spranger ist einer der drei Betreiber des Neuropsychatricum Bremens und ehemaliger Chefarzt des NRZ Friedehorst. Früher hatte Herr Prof. Dr. Spranger als Behandlungsschwerpunkt die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen.
Mit dem Neuropsychatricum konnte Herr Prof. Dr. Spranger seine Spezialisierung auf die Behandlung von Erwachsenen erweitern. Neurologen gibt es in Deutschland in einer ausreichenden Zahl. Jedoch gibt es kaum Neuropsychologinn/en. „Das wird im Studium gar nicht behandelt“ so Professor Spranger. Auch in der Ausbildung wird das Thema nicht oder nur unzureichend angesprochen. Als Folge dessen gibt es in Deutschland kaum Neuropsychologinn/en. „In Bremen gibt es zwei zugelassene Neuropsychologen für vielleicht eine Million Menschen“.

Und in ländlichen Gegenden gibt es oftmals gar keine. Trotzdem ist das Thema bei der Rehabilitation nach einem Unfall absolut wichtig. Dabei können bei der Behandlung Komplikationen vor allem bei jungen Leuten auftreten. Denn diese haben oftmals mehr Probleme ihr Leben mit der Behandlung und Rehabilitation zu vereinbaren.
Ein weiteres Problem sind die akuten und ambulanten Behandlungen direkt nach einem Unfall. Diese sind zahlreich und wichtig können aber den Arzt, welcher die Nachbehandlung durchführt verwirren. Deshalb ist es als Patient absolut wichtig seine eigene Fallakte mitzubringen.

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast
Kommentare (0)




Download (19 MB)

Logo

Rollstühle müssen immer individuell für den jeweiligen Benutzer eingestellt werden. Trotzdem haben viele Probleme mit ihren neuen Rollstühlen und das trotz sorgfältiger Ausmessung mit dem Maßband. Die Nachbearbeitung der Rollstühle kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und im schlimmsten Fall muss der gesamte Rollstuhl neu hergestellt werden.

Auch wenn auf dem Papier alles stimmt, kann das in der Realität nicht der Fall sein. Denn fast alle neuen Rollstuhlfahrer kennen sich nicht mit dem Fahrverhalten des Rollstuhls aus oder wissen nicht worauf sie zu achten haben. Sowohl Jörg Dommershausen als auch Mario Addicks von der Firma Meyra kennen dies bereits von vielen Patienten.

Dabei fängt es bereits bei der Vermessung an, bei der viele die Maße in einem normalen Garten- oder Bürostuhl aufnehmen. Diese Werte lassen sich absolut nicht auf einen Rollstuhl übertragen. Dadurch wird die Sitzbreite viel zu eng oder so breit, dass der Benutzer im Sitz immer hin und her rutscht. Die Position der Antriebsräder und die damit verbundene Neigung des Sitzes sind ebenfalls wichtig. Der Benutzer muss die Räder einfach bedienen können und muss ein für ihn angenehmes Fahrgefühl bekommen. Denn dieses ändert sich mit der Verschiebung der Position der Räder komplett. Auch spielt die Sitzhöhe eine entscheidende Rolle. Je nach Art der Behinderung und der Erkrankung muss der Sitz entweder tiefer oder höher eingestellt werden. Dabei muss man ebenfalls die körperliche Verfassung des Benutzers beachten. Jemand der eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur besitzt benötigt beispielsweise einen tieferen Sitz als jemand, der eine eher schwache Muskulatur hat. Zu guter Letzt muss dem Benutzer auch klar sein wofür er seinen Rollstuhl im Alltag braucht. Er muss ebenfalls darauf achten, dass die Verladehilfe seines Autos mit dem neuen Rollstuhl kompatibel ist.

Der Werkzeugrollstuhl Meyra Adjust von der Firma Meyra soll dies alles vereinfachen. Der Stuhl besitzt abnehmbare Räder, welche in ein Gitter gesteckt und so beliebig eingestellt werden können. Auch besitzt der Werkzeugstuhl eine frei verstellbare Rückenlehne und einen einstellbaren Sitz. Diese Einstellungen können allesamt vor Ort und ohne Werkzeuge durchgeführt werden. Das ermöglicht es den Benutzern bereits während der Erstversorgung einen perfekt sitzenden Rollstuhl zu konfigurieren. Der größte Vorteil ist jedoch, dass der Patient verschiedene Konfigurationen für seinen neuen Rollstuhl ausprobieren kann. Und das ohne den Rollstuhl dabei jedes Mal zur Werkstatt schicken zu müssen.

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast
Kommentare (0)




Download (20,5 MB)

Logo

Im heutigen Podcast geht es um behindertengerechte Wohnraumgestaltung. Herr Böker, Architekt in Hameln, hat sich auf barrierefreies und behindertengerechtes Bauen spezialisiert. Bereits sein Onkel, bei dem er die Lehre gemacht hat, hat sich in diesem Bereich vertieft und Herr Böker, der das Architekturbüro von seinem Onkel übernommen hat, hat dessen Arbeit fortgeführt. Oft geht es vor allem darum, Klarheit zu schaffen, ob gewisse Umbauarbeiten überhaupt möglich beziehungsweise finanziell sinnvoll sind. Als Beispiel nennt Herr Böker einen Fall, bei dem ein Patient nach der Heilbehandlung provisorisch bei seinen Eltern einziehen will.

Da es sich nur um eine kurze Zeitdauer handelt, sind hier kostenintensive Maßnahmen nicht zielführend. Wie lange eine solche Planung und Umsetzung dauern kann, lässt sich pauschal nicht sagen. Herr Böker bearbeitet oft mehrere Aufträge parallel und kann seine Zeit somit nicht nur in ein Projekt investieren. Herr Böker sagt dazu: „Das kann innerhalb weniger Tage fertig sein, das kann sich natürlich auch hinziehen, insbesondere dann, wenn vielleicht sogar noch baurechtliche Sachen vorab geklärt werden müssen.“ Denn nicht immer ist das, was notwendig ist, auch erlaubt. Als Beispiel nennt Herr Böker hier ein Bauvorhaben, bei dem ein Zubau nötig wäre, dieser würde allerdings in der Bauflucht stehen und seine festgelegte Grenze überschreiten. Hier ist es notwendig, das Bauamt zu verständigen.

Natürlich gibt es hier, wie auch überall anderswo, DIN-Richtlinien. Herr Böker erklärt, dass sich diese bei Bestandshäusern oft nicht umsetzen lassen. Ist in einer Mietwohnung etwa das Badezimmer eher klein, lässt sich dieses oft nicht einfach vergrößern. Bei Neubauten ist das natürlich einfacher. Aber auch hier ist zu beachten, dass die vorgegebenen DIN-Richtlinien für den Betroffenen selbst vielleicht gar nicht passen. „Es gibt ja durchaus Versicherte, Geschädigte, die zum Beispiel größere Flächen brauchen als die, die in der Norm vorgegeben sind, weil sie mit gestreckten Beinen im Rollstuhl sitzen oder weil sie einen Pflegerollstuhl benötigen, in dem sie geschoben werden“, sagt Herr Böker. Aber nicht nur bei privaten Wohnräumen, sondern auch bei der Arbeitsplatzgestaltung ist er im Einsatz. Hier ist es aufgrund des bereits vorher getroffenen Kostenvoranschlags und der Bereitschaft der Zahlung der Berufsgenossenschaft relativ unkompliziert, die passenden Maßnahmen umzusetzen.

Sollte ein Betroffener keine Möglichkeit haben, sich an Haftpflichtversicherer oder Berufsgenossenschaften zu wenden, ist es wichtig zu erkennen, was die grundlegenden Bedürfnisse sind, denn natürlich sind solche Anpassungen oft mit hohen Kosten verbunden. Herr Böker rät: „Da muss man halt schauen, was kann ich mit meinem Geld, das mir zur Verfügung steht, wirklich machen.“ Dabei bekommt man leider oft nicht die optimale Variante, sondern eben die finanziell leistbare.

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast
Kommentare (0)




Download (32,7 MB)

Logo

2006 hatte Eva Sieve einen Fahrradunfall. Im Krankenhaus wurde ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Nach einem halbjährigen Krankenhausaufenthalt folgte die Reha, anschließend wurde sie zum regelmäßigen Gast im Aphasie-Zentrum. Noch heute bemerkt sie Folgen des Unfalls: "Es gibt Tage, wo ich viel vergesse, mir keine Namen merken kann ..."

Allerdings war sie zunächst auf den Rollstuhl angewiesen. Als sie wieder zu Hause war, konnte sie zwar laufen, aber "ich konnte kein Wort sprechen und hatte keine Haare, Schwindelgefühl und nur den linken Blick".

Eine Behinderung, die keiner sieht

Inzwischen ist Eva Sieve wieder eine aktive Frau, die ihre Zeit anderen Betroffenen widmet. "Es ist ein bisschen ein Fluch, wenn man eine Behinderung nicht sieht - die Leute denken, die hat ja nichts", schildert Eva Sieve die Reaktionen, wenn sie von den letzten noch verbliebenen Folgen des Unfalls, der Vergesslichkeit, erzählt. Dabei war es ein langer Weg, bis sie so weit wieder hergestellt war. Seit 2007 sucht sie das Aphasie-Zentrum auf und nimmt noch immer an beispielsweise Sprachgruppen teil.

Aktive Tätigkeit

Eines Tages wurde sie vom Leiter des Aphasie-Zentrums gefragt, ob sie nicht aktiv dort anfangen möchte. Sie sagte zu. Seitdem untersteht ihr der Kreativraum, der von anderen Gästen der Einrichtung während der Therapiepausen aufgesucht wird. Sie dürfen dort selbst entscheiden, was sie tun möchten - "die meisten malen gerne", berichtet Eva Sieve. Das ist einfacher als mit einer Schere zu hantieren, vor allem bei einer halbseitigen Lähmung: "Es soll ja auch nicht so schwierig sein, es macht keinen Spaß, wenn nichts klappt". Bei Bedarf geht sie zur Hand und übernimmt Dinge, die ein Gast (noch) nicht wieder kann.

Daneben ist Eva Sieve im sozialen Dienst des Zentrums tätig. Hier bemüht sie sich unter anderem, die Atmosphäre möglichst heimisch zu gestalten, indem sie Aufenthaltsräume liebevoll dekoriert: "Das Ambiente soll ein bisschen aussehen wie zu Hause".

Von sich selbst berichtet sie, dass sie gut zurechtkommt, obgleich nicht alles genau wie vorher ist. Nun versucht sie, andere auf diesem Weg zu unterstützen.

Schlüsselwörter
Unfall, Unfallopfer, Schädel-Hirn-Trauma, Aphasie-Zentrum Vechta, Sprachgruppen, Kreativraum, Vergesslichkeit, Rehabilitationsmaßnahmen, Eva Sieve, halbseitige Lähmung, Rollstuhl

Hier geht‘s zum "Auf geht's - der Reha-Podcast!"Podcast http://rehamanagement-oldenburg.de/index.php/reha-podcast-aktuell.html

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast
Kommentare (0)




Download (45,4 MB)

Logo

Im Januar 2015 kam die Arbeit ins Rollen, seit dem 14. November 2017 ist es endlich soweit: Das Neuro-Netzwerk Weser-Ems ist offiziell ein Verein. Herr Prof. Dr. Zieger hat sich mit Jörg Dommershausen zusammengesetzt und vom Netzwerk berichtet.

Seine Arbeit in der Neurochirurgie und Frührehabilitation für Menschen mit Hirnschädigungen im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg hat Herrn Prof. Dr. Zieger nicht nur zu einem Lehrauftrag an der Carl von Ossietzky Universität geführt, sondern hat ihn zudem auf die Gründung des Neuro-Netzwerks Weser-Ems vorbereitet.
„Neuro“ bezieht sich dabei auf alle Betroffenen neurologischer Schädigungen, beispielsweise aufgrund von Schlaganfällen, Hirnschädigungen, neuro-muskulären Erkrankungen und Schädel-Hirn-Traumata.

Über 120 Teilnehmer kann das Netzwerk bereits vorweisen. Darunter befinden sich verschiedene Fachkräfte wie Pädagogen, Ärzte, Psychologen, Anwälte, Fachverbände und Einrichtungen, aber auch interessierte Studenten und vor allem auch Betroffene und deren Angehörige. Jede dieser Personengruppen bringt eigene Anteile in die Arbeit des Netzwerks ein.
Ziel ist zunächst eine Bestandsaufnahme über die Anzahl der Betroffenen von neurologischen Schädigungen. Beispielsweise konnte bereits herausgearbeitet werden, dass etwa 600 bis 1800 Menschen im Oldenburger Land betroffen sind und somit Bedarf an einer geeigneten Teilhabeleistung haben.
Eben diese Teilhabeleistung soll durch das Netzwerk reibungslos und lückenlos erbracht werden: Die Fachkräfte erarbeiten effektive Inhalte und können aufgrund der verschiedenen Professionen vielfältige Sichtweisen mit einarbeiten, die Zusammenarbeit mit Juristen und Versicherungsvertretern ermöglicht eine angepasste Einzelfallarbeit. Die Betroffenen selbst bringen als Experten in eigener Sache zielgenaue Erkenntnisse ein und können sich gegenseitig unterstützen.
Auch die Angehörigen tragen durch ihre emotionale Bindung einen wichtigen Teil zur Rehabilitation der Betroffenen bei. Dies legte Herr Prof. Dr. Zieger bereits 1994 in seiner Informationsbroschüre für Angehörige von Schädel-Hirn-Verletzten dar.
Neben den Teilhabeleistungen ist auch die individuelle ambulante Nachsorge ein zentraler Aspekt des Neuro-Netzwerks. Diese wird durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Reha-Kliniken in der Region erarbeitet.

Jörg Dommershausen macht auf bestehende Versorgungslücken aufmerksam. Gerade junge Betroffene, die das 18. Lebensjahr erreichen, stehen danach oftmals ohne weitere Unterstützung da. Auch hier möchte das Netzwerk ansetzen. Angesichts der rechtlichen Hintergründe ist die Neugründung eines MZEBs (Medizinischen Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderung) derzeit schwierig, doch eine Verknüpfung ist durchaus denkbar.
Im Rahmen des Entwicklungsmodells der neurologischen Rehabilitation (Weitere Informationen erhalten Sie hier entspricht die Wiedereingliederung im Rahmen des Berufs- und Soziallebens der Phase E, in die sich auch das Neuro-Netzwerk einordnen lässt.
Über die Phase F als Langzeitbehandlung für schwerwiegende Fälle hat Auf geht’s – der Reha-Podcast bereits in Folge 146(?)(Verlinkung!) berichtet.

Große Barrieren für die Rehabilitation stellen oftmals unsachliche Gutachten und abgelehnte Kostenübernahmeanträge dar. Hier ist Sabrina ein gutes Beispiel, wie man erfolgreich sein eigenständiges Leben wiederbekomme kann. Trotz solcher Barrieren.
Das Neuro-Netzwerk setzt sich dafür ein, dass auch andere Betroffene die Chance bekommen, sich gegen diese Hindernisse durchzusetzen. Laut Studien sind derzeit 90 % aller Betroffenen unzufrieden mit der Teilhabe- und Nachsorgebehandlung. Dies soll sich im Oldenburger Raum dank der Arbeit von Herrn Zieger und allen anderen Mitgliedern schon bald ändern!
Weil der Verein gemeinnützig tätig ist, finanziert sich das Netzwerk aus Mitgliedsbeiträgen, Fördermitteln und Spenden. Wollen auch Sie Mitglied werden oder sich mit Fragen an das Neuro-Netzwerk wenden, so können Sie dies – solange noch kein eigenständiges Büro besteht – beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Ammerland tun.

- Als Empfehlung lässt uns Herr Prof. Dr. Zieger noch eine ganze Reihe an Buchtiteln da:
- „Alles auf Anfang: Porträts von Menschen mit Schädelhirntrauma“ von Andrea Battke und Christine Höfelmeyer
- „Erworbene Hirnschädigungen“ von Herrn Prof. Dr. Zieger und Gisela Schulze
- „Rehabilitation und Nachsorge nach Schädelhirnverletzung“ von Achim Ebert
- Informationen für Angehörige und Menschen im Koma und Wachkoma von Prof. Dr. Andreas Zieger

Teilhaben! NeuroRehabilitation und Nachsorge zu Teilhabe und Inklusion von Wolfgang Fries, Paul Reuther und Heliane Lössl

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast
Kommentare (0)