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Auf geht-s-der Reha-Podcast! Auf geht-s-der Reha-Podcast!

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.


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In der heutigen Sendung geht es um Dysphagie. Im Volksmund wird diese meist nur Schluckstörung genannt. Eine Dysphagie ist dabei keine Krankheit für sich, sondern ein Symptom, welches nach einem Schädelhirntrauma oder Schlaganfall oder durch neurologische Krankheiten auftreten kann. Zu diesen Krankheiten gehören u.a. Parkinson, multiple Sklerose oder Krankheiten, welche eine Muskeldegeneration hervorrufen. Betroffene haben oftmals Probleme damit Essen oder Flüssigkeiten zu schlucken und somit sich ordentlich zu ernähren. Das liegt daran, dass die Zunge, der Kiefer, die Lippen und teilweise auch der Verschluss der Atemwege nicht mehr richtig funktionieren.

Dabei ist eine Dysphagie relativ leicht zu erkennen. Betroffene ändern schlagartig ihre Essgewohnheiten, weil diese bestimmten Gerichte nicht mehr richtig kauen und schlucken können. Lieblingsgerichte werden plötzlich verschmäht oder nur noch halb zu Ende gegessen. Oftmals schämen sich die Betroffenen auch und vermeiden jegliche Besuche in Restaurants und Bars oder spucken häufig Essensreste in die Serviette. „Die Lust aufs Essen geht weg“, bemerkt auch Stephan Runge, Geschäftsführer des Aphasie-Zentrum Vechta. Stephan Runge ist auch gleichzeitig Schlucktherapeut. Die Stimme der Betroffenen kann sich nach dem Essen verändern, da Nahrungsreste auf ihren Stimmbändern liegen und die Person diese Reste nicht bemerkt oder nicht aushusten kann. Dies kann dann zu Entzündungen im Hals und im Rachenraum führen, zu Fieber und im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung.

Untersucht wird eine Dysphagie meistens mithilfe eines Endoskops (meistens eine Kamera in Form eines langen und dünnen Schlauches) und dieses wird durch die Nase in den Körper eingeführt. Würde der Therapeut das Endoskop durch den Mund einführen, so könnte dies beim Patienten einen unangenehmen Würgereiz erzeugen. „Er würde mir die Kamera zerbeißen“, sagt Stephan Runge. Ebenfalls ist es wichtig, dass der Therapeut auf die Stimmbänder und die Nasenhöhle schauen kann. Denn bei einigen Patienten kommt das Essen auch durch die Nase. So eine Endoskopie dauert in der Regel 20 Minuten und wird von zwei Therapeuten durchgeführt. Während der Endoskopie bekommt der Patient verschiedene Proben mit unterschiedlicher Konsistenz (verschiedene Härtegrade und Flüssigkeitsgrade) zu essen, um zu sehen mit welchen Nahrungsmitteln er genau Probleme hat.

Aber was kann bei einer Schluckstörung konkret gemacht werden? „Die einfachste Lösung ist es andere Kost zu sich zu nehmen, also anderes Essen zu machen“, sagt Stephan Runge. Wichtig ist es hierbei die Schluckmuskulatur wieder zu stärken oder die Sensibilität zu korrigieren und dies geht nur mit regelmäßigen Übungen. Bis zu 80 Übungen am Tag müssen die Patienten am Tag absolvieren. „Schlucken kann man nur durch wiederholtes Schlucken lernen“, sagt auch Stephan Runge. Dabei liegt die Verantwortung fast vollständig beim Patienten selbst. Die Therapeuten leisten neben der Therapie Hilfe und geben Anleitung.

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Endlich, oder fast, ist die stressige Zeit des Jahreswechsels geschafft. Und das leidige Thema „gute Vorsätze“ ist wieder einmal bei vielen im Munde. Darüber ist schon viel gesprochen und geschrieben worden.
Gute Vorsätze für das Neue Jahr 2019 zu haben heißt auch, sich selbst empfundener Defizite bewusst zu sein oder zu werden. Dazu ist eine Inventur oder Bilanz wichtig – und Ehrlichkeit. Ich habe einmal in einer Radiosendung gehört, dass Menschen sich verändern, weil sie große Ziele oder große Schmerzen haben. Wenn jemand einen unverschuldeten Unfall erlitten hat, dann finde ich diesen Satz zynisch.

Oder in Bezug auf die „guten Vorsätze“ zum neuen Jahr mag das stimmen, weil man sich bewusst entscheidet. Von außen beeinflusst, also von einem Unfallgegner, ist dies ja kein Wunsch mehr. Apropos Vorsätze. Das hat auch etwas mit Deinen Zielen zu tun. Regelmäßig setze ich mich mit meiner Frau hin und wir schauen uns unsere Ziele an. Für die persönlichen Ziele ein Feedback zu bekommen heißt auch manchmal, Unangenehmes zu hören. Und auch das kann weiterhelfen.

Zur Inventur und zu den Zielen gehört es nun mal auch, Zurückliegendes aufzugreifen. Das habe ich bezogen auf den Reha-Podcast im Herbst 2018 gemacht. 2014 startete der „Auf geht’s - der Reha-Podcast!“ mit 124 Hörerinnen und Hörern im Monat. Verteilt auf alle Quellen wie iTunes, Facebook usw. haben im Jahr 2018 mehr als 240.000 Menschen den „Auf geht’s - der Reha-Podcast!“ gehört.
Wir haben in den letzten Jahren viel probiert, von wöchentlichen Sendungen hin bis nunmehr Sendungen alle 14 Tage. Gestartet sind Kathrin Billo und ich am 4. Januar 2014, also vor fünf Jahren. Da stellt sich natürlich die Frage, ob es weitergehen soll. Und, wie? Fünf Jahre lang sind wir ja nun schon an so vielen Themen drangeblieben. Gibt es da noch neue Themen? Dranbleiben gehört auch einfach dazu. Vielleicht auch für Dich? Natürlich geht es weiter mit neuen Sendungen!

Allerdings haben unsere Hörerinnen und Hörer auch gesagt, dass ihnen diese Sendungen teilweise viel zu lang gewesen sind. Also dürfen wir uns hier verändern. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Dazu gehört natürlich auch wieder, regelmäßig die Ziele zu prüfen und zu schauen, ob diese noch passend sind. Da geht es dann auch um Entscheidungen, ein Ziel mal nicht mehr zu verfolgen. Vielleicht könnte das auch etwas für dich sein.

Danke, dass Du bis hierhin gelesen hast. Danke, dass Du den „Auf geht’s - der Reha-Podcast!“ hörst. Für das Neue Jahr 2019 wünsche ich Dir Gesundheit und das Glück, wie Du es Dir wünscht.

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1995 versuchte Bernd Hinrichs im Schwimmbad das Leben von Kindern zu retten und verletzte sich dabei selbst. Der Vorfall ließ ihn mit einer unvollständigen Querschnittslähmung zurück. Er hatte im Gegensatz zu vielen anderen Menschen Glück und konnte seine Arbeitsstelle behalten und sogar kurze Strecken selbstständig zu Fuß zurücklegen und ein Auto fahren. Und obwohl er kurz nach dem Unfall eine Rehabilitationstherapie anfing und nach zwei Jahren wieder einigermaßen laufen konnte, warfen ihn einige unglückliche Ereignisse wieder zurück. In Folge dessen hat Bernd seit fast 14 Jahren seine Beine so gut wie nicht mehr benutzt.

Das änderte sich dieses Jahr, als Bernd eine neuartige Therapie ausprobierte bei der er mithilfe eines Exoskeletts wieder anfing laufen zu lernen. Die Roboterbeine halfen ihm sich wieder an die Bewegung der Beine anzugewöhnen, sodass er nach nur der Hälfte der sechsmonatigen Therapie teilweise schon ohne Gehhilfe laufen kann. Dennoch funktioniert nicht alles reibungslos. „Meine Muskeln müssen nach 14 Jahre im Rollstuhl wieder gedehnt werden“ stellt Bernd fest. Denn nach über einem Jahrzehnt ohne richtige Bewegung sind die Muskeln in seinen Beinen verkümmert und verkürzt. In der Physiotherapie müssen diese mühsam gedehnt und trainiert werden. Das ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit und vor allem in den Abduktoren (einer Muskelgruppe in den Gliedmaßen) hatte Bernd erhebliche Beschwerden. Diese Schmerzen verhinderten bei ihm auch, dass physiotherapeutische Maßnahmen in den letzten 14 Jahren kaum wirksam waren. Denn er konnte beim herkömmlichen Muskelaufbautraining aufgrund der Beschwerden nicht richtig mitmachen.

Umso glücklicher ist er nun nach über 20 Jahren nach dem Unfall und knapp vier Jahre vor seinem geplanten Ruhestand nun wieder richtig laufen zu lernen. „Mut und die Kraft nach vorne zu schauen“ das müssen Leute die in einer ähnlichen Situation sind besitzen, damit auch diese wieder lernen können zu laufen. Dabei dürfen die Betroffenen keine Mühen scheuen, denn es ist ein langer und steiniger Weg. „Und wenn es nur drei bis vier Meter sind“ meint Bernd.

Nur durch ständige Übung und dem Gebrauch der Beine können die Geschädigten wieder lernen richtig zu laufen. Die Übungen können dabei ganz alltägliche Dinge sein wie z.B. sich selbstständig im Stehen anzuziehen oder selbstständig auf Toilette zu gehen. Hauptsächlich geht es darum die Sachen nicht im Sitzen zu erledigen. „Nicht im Sitzen, denn sich im Sitzen anzuziehen ist eine unglaubliche Quälerei“ meint auch Bernd. Vor allem aber verlernen die Betroffenen dadurch ganz alltägliche Dinge. Sie akzeptieren und gewöhnen sich an die Tatsache im Rollstuhl zu sitzen und das hindert sie bei ihrer vollständigen Rehabilitation.

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Beim Namen Cyberdyne denken die meisten Menschen an die Firma aus der Terminator Filmreihe, welche die Killerroboter erschuf die die Menschheit an den Rand der Vernichtung bringen. Auch der Name HAL wird meistens mit einem wahnsinnigen Bordcomputer in Verbindung gebracht, welcher die Crew seines Schiffs brutal ermorden will. Nicht in diesem Fall. Der HAL (Hybrid Assistive Limb) der Firma Cyberdyne aus Bochum ist ein Exoskelett, der partiell gelähmten Patienten hilft wieder richtig laufen zu lernen.

Patienten mit einer teilweisen Lähmung nach einem Unfall oder Schlaganfall haben dasselbe Problem: Sie verlernen es die Muskeln in ihren gelähmten Gliedmaßen zu bewegen, wodurch diese ebenfalls verkümmern. Der HAL setzt bei der Therapie genau dort an. Laut Joerg Winkler funktioniert der Anzug „wie bei einem Pedelec“. Heißt, dass der Anzug nur die Bewegungen des Benutzers verstärkt, wenn dieser sich selber bewegt, der Bewegungsprozess findet also nicht automatisch statt. Der Anzug wird von Spezialisten auf jeden Benutzer individuell eingestellt. Mithilfe von Elektroden, die an den Muskeln angebracht werden, überträgt der Patient die Bewegungsbefehle an das Exoskelett. Das Ziel ist es nach der rund drei monatigen Behandlung wieder selbstständig ohne Hilfe bzw. mit geringem Hilfsmitteleinsatz wieder laufen zu können.

Bis das passiert steht dem Patienten fünf Mal die Woche ein hartes Training bevor. Und das nicht nur in den 30-minütigen Sitzungen mit dem Anzug. Auch andere physiotherapeutische Behandlungsmethoden werden mit eingebunden. „Es ist wie bei jedem anderen Training auch“ meint Jörg Winkler. „Schwitzen, keuchen, Anstrengung und teilweise auch harter Kampf“ stehen dem Patienten bevor. Dazu gehört aber auch die Freude über kleine und große Fortschritte bei der Therapie.

Diese Art der neuartigen Behandlung hat jedoch auch seine medizinischen und gesetzlichen Beschränkungen. So können Patienten nur daran teilnehmen, wenn sie nicht komplett gelähmt sind und noch bis zu einem gewissen Grad Kontrolle über die Gliedmaßen haben. Ebenfalls werden die Kosten der Therapie bis jetzt nur für Mitglieder von Berufsgenossenschaften nach Arbeitsunfällen übernommen, teilweise übernehmen manche Privatversicherungen die Kosten.

Selbstzahlung ist natürlich auch möglich. Gesetzlich Versicherten kann diese Therapie aufgrund der fehlenden Heilmittelzulassung noch nicht angeboten werden.
Jedoch können Patienten durchaus bei ihren Ärzten und Therapeuten nachfragen und der Zulassungsprozess ist bereits im Gange. Auch kommt nicht jeder ins Therapieprogramm. Vor der Behandlung muss der Patient zunächst einmal vom eigenen Arzt untersucht und dann nochmal von einem Facharzt auf die Tauglichkeit untersucht werden. Fragen schadet jedoch nicht.

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Heute geht es im Podcast über Unfälle und das Hilfsprojekt von Heike Berding. Opfer von Unfällen steht unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis ein Notfallseelsorger zur Verfügung. Oftmals realisieren die Betroffenen allerdings erst Tage danach was wirklich passiert ist. Und in diesen Fällen helfen dann Verkehrsunfallopfer Beratungen, wie sie Heike Berding in der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim anbietet.

Die Opfer von Unfällen sind dabei nicht nur die Geschädigten. Auch Zeugen, Helfer und die Unfallverursacher selbst können unter Schock stehen. Heike Berding bietet diesen Menschen als einzige Verkehrsunfallopferberaterin in Niedersachsen seit Anfang Januar 2018 ihre Hilfe an und spricht mit ihnen. Dabei muss sie als Polizistin natürlich gewisse Regeln beachten. Zum einen darf sie nur aktiv werden, wenn es beim Unfall Todesopfer gibt. Zum anderen steht sie auch unter dem sog. „Strafverfolgungszwang“. Wenn Zeugen, Opfer und Unfallverursacher im Gespräch mit ihr bislang unbekannte Details zum Unfallhergang nennen, muss sie diese melden und schriftlich festhalten. In den Gesprächen selbst geht es aber meistens nicht um die Unfälle. Oft geht es eher um die Nöte und die Sorgen der Menschen und die Verarbeitung des Traumas. Heike Berding reist dafür im Emsland und in der Grafschaft Bentheim zu den Betroffenen und spricht mit ihnen zu Hause. In einer vertrauten Umgebung gibt sie den Menschen Ratschläge über die nächsten Schritte, hilft ihnen bei den verwaltungstechnischen Maßnahmen wie z.B. die Meldung des Unfalls bei der Versicherung. Ebenfalls bietet sie den Betroffenen eine sog. Trauerbegleitung an, bei der sie die Hinterbliebenen in den Tagen und Wochen nach dem Unfall begleitet und seelisch unterstützt. Auch steht Heike Berding im Kontakt mit Traumatologen und Einrichtungen, welche sich auf diese Art von Traumata spezialisiert haben.

Angefangen hat alles mit dem Unfallpräventionsprojekt „Abgefahren – wie krass ist das denn“. Dieses Projekt richtet sich hauptsächlich an junge Fahrer und Fahranfänger zwischen 16 und 24 Jahre und soll bei diesen ein Bewusstsein für sicheres Fahren schaffen. Behandelt werden dabei tödliche Unfälle, welche von jungen Fahrern verursacht werden. Es ist eine geschlossene Veranstaltung mit einer langen Warteliste.

Zu Wort kommen dabei Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute, die bei besonders schlimmen Unfällen vor Ort waren. Unfallopfer erzählen ihre Geschichte und wie sie sich zurück ins Leben kämpfen mussten. Hinterbliebene berichten über das Leben nach dem Unfall und es kommen auch Unfallverursacher zu Wort. Das Ganze wird dabei ungeschönt mit allen Details und direkt über die Bühne gebracht. Weitere Informationen zu Heike Berding und Details zur Kontaktaufnahme finden Sie auf der Webseite der Polizeidirektion Osnabrück.

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