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23.10.18, 00:06:00

Auf geht-s–der Reha-Podcast Folge 167 Neuropsychologie bei Kindern nach einem Unfall?


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Der Neuropsychologe Ralf Heindorf ist heute zu Gast bei rehamanagement-Oldenburg. Ralf Heindorf hat sich auf die neuropsychologische Behandlung von Kinder spezialisiert. Die Neuropsychologie und die Rehabilitation von Kindern war schon öfter Thema im „ Auf geht’s – der Reha-Podcast!“. Gerade bei den Kindern, die sich ja noch entwickeln, können sich gerade die neuropsychologischen Unfallfolgen immens auswirken. Die Neuropsychologie ist ein Teilbereich der Psychologie. Es geht um Dinge wie, Merkfähigkeit, Denken, Informationen verarbeiten, Lesen und vieles mehr.

„Bei Kindern muss man spielerisch vorgehen!“, so Ralf Heindorf. Neuropsychologische Therapie bei Kindern ist umfangreich und fordert den Therapeuten. Es gibt keine Standards und fordert die Kreativität des Therapeuten, weil es einfach lebhafter ist.

Eine neuropsychologische Diagnostik sollte frühestens ab dem dritten Lebensjahr beginnen. „Vor dem dritten Lebensjahr kann man eine Entwicklungsdiagnostik machen!“ berichtet Ralf Heindorf. „Davor sind Aussagen zu schwammig, weil Entwicklung und Unfallfolgen so miteinander verstrickt sind, dass man sie nicht voneinander trennen kann“ erklärt Ralf Heindorf.

Laut Ralf Heindorf sagt die WHO, dass die Jugend mit Mitte zwanzig endet. Die Hirnstrukturen entwickeln sich gerade in den Jugendjahren sehr dynamisch, insbesondere im Bereich des Frontalhirns.

Wichtig ist die Beteiligung der Eltern bei der neuropsychologischen Therapie von Kindern. Gerade die Sorgen der Eltern sind wichtig und müssen aufgenommen und besprochen werden. Da geht es in vielen Fällen um die Zukunftsmöglichkeiten des Kindes, auch wenn diese gerade bei kleinen Kindern gar nicht bekannt sein können. Spannend ist, dass die Kinder gar nicht einmal in der therapeutischen Situation die Ängste haben, wie ihre Eltern. Und beiden Seiten kann geholfen werden.

Da geht es um Strategien, wie mit einem neuropsychologischem Handikap im Alltag umgegangen werden kann. Sei es im Freundeskreis, im Kindergarten, in der Schule oder in der Berufsausbildung.

Die große Sorge bei Eltern ist, wird das, was ich jetzt sehe, auch in fünf Jahren noch so sein. Natürlich nicht, denn durch die neuropsychologische Therapie werden Wege geschaffen, die Situation zu meistern. Naturgemäß kann man bei Kindern nicht sagen, wie sie sich entwickeln. Das hat aber nicht zwingend etwas mit einem Unfall zu tun. Es gibt manch 24-jährigen, der wie ein Teenager wirkt, und genauso kann es umgekehrt sein.

Leider machen wir von rehamanagement-Oldenburg immer wieder die Erfahrung, dass insbesondere Hirnverletzungen bei Kindern nicht erkannt werden. Gerade wenn es um die vermeintlich „leichte Gehirnerschütterung“ geht. Treten Bewusstlosigkeit und/oder Erinnerungslücken auf, sollte über bildgebende Diagnostik und eine neuropsychologische Diagnostik nachgedacht werden. Kommt dabei nichts raus, umso besser. Dann sind die Kinder und die Eltern auf dem richtigen Weg. Sollte aber doch etwas vorhanden sein, kann schnell therapeutisch eingegriffen werden. Fehlt die Diagnostik, dann kann der Reha-Weg unnötig lang (über mehrere Monate) dauern. Für das betroffene Kind und die Eltern ein langer harter Weg und für die Kostenträger eine teure Angelegenheit.

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