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19.06.18, 00:06:00

Auf-geht-s-der-Reha-Podcast Folge 158 Neuropsychologische Erkrankungen und Chancen in der Behandlung


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Heute geht es um das Thema neuropsychologische Erkrankungen. „Je nachdem wo die Hirnschädigung ist, merken die Patienten was sie gut können und was sie vielleicht auch nicht gut können“, erklärt die klinische Neuropsychologin Frau Armgardt. Dementsprechend muss in einer neuropsychologischen Diagnostik erkannt werden, welche Mangel der Patient aufweist um dadurch eine passende Therapieform zu finden, die dem Patienten hilft, verlorengegangene Fähigkeiten wieder zu erwerben. Dabei steht vor allem der Patient im Mittelpunkt und so wird auch manchmal zu unkonventionellen Therapiemethoden gegriffen wie Frau Armgardt an einem Beispiel illustriert: „Ich hatte einen Patienten, der hat gesagt, er kann sich schlecht konzentrieren wenn er im Restaurant ist, keinen Gesprächen folgen, mit dem bin ich dann Mittags eine Pizza essen gegangen.“

Am Anfang einer neuropsychologischen Therapie steht die neuropsychologische Diagnostik. Dabei werden 3-4 Stunden andauernde neuropsychologische Testverfahren angewandt, bei denen man die unterschiedlichen neurologischen Funktionen analysiert und mit einer Normgruppe vergleicht. So werden gegebene Abweichungen erkannt und es können passende Behandlungsmethoden gemeinsam mit dem Patienten erarbeitet werden. Grundsätzlich unterscheidet man in Funktionstherapie und Kompensationstherapie. Bei ersterer trainiert man eine bestimmte Funktion, die beeinträchtigt ist. Wie der Name bereits erahnen lässt, werden bei der Kompensationstherapie Wege gesucht, Funktionen die beeinträchtigt sind, durch andere Funktionen zu ersetzen. Bei Gedächtnisproblemen könnte zum Beispiel eine to-do Liste helfen, wichtige Dinge nicht zu vergessen.

Üblicherweise finden Therapiestunden 1-2 Mal pro Woche statt. Zusätzlich trainieren viele Patienten noch zu Hause am Computer und besprechen die Ergebnisse dann später mit den Therapeuten. Bei der Altersgruppe gibt es keine Einschränkungen. Frau Irmgardt und Herr Heindorf betreuen von Kindern zu jungen Erwachsenen bis in das hohe Rentenalter jeden. Grundsätzlich behandeln die klinischen Neuropsychologen jegliche Art von Hirnschädigungen, jedoch betont Herr Heindorf: „ist es besonders dringlich unsere Behandlung bei frisch erworbenen Erkrankungen oder bei Störungsbildern, die die Reintegration im Beruf und Alltag in irgendeiner Form beeinträchtigen anzuwenden“. Sprich meist dann, wenn ein hoher Leidensdruck herrscht. Wenn gewünscht ist es oft auch sehr sinnvoll, Angehörige mit in die Therapie einzubeziehen. Dazu gehört eine Aufklärung und Beratung, damit sie besser mit der gegebenen Situation umgehen können. Denn oft verstehen Angehörige nicht, warum sich ihr Partner oder Familienangehöriger so verhält. Hinzu kommt noch, dass Angehörige oft eher erkennen, dass eine Einschränkung auf Seiten des Patienten besteht.

„Wie das Gehirn heilt“, ein Buch von Norman Doidges beschreibt verschiedene Arten der Hirnschädigung und erklärt wie man damit umgehen kann. Herr Heindorf empfiehlt das Buch, das, wie er sagt, „viel Hoffnung“ gibt.

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