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Auf geht-s-der Reha-Podcast! Neue Wege schaffen für Unfallopfer, Rechtsanwälte und Versicherungen im Personenschadenmanagement

Der "Auf geht's - der Reha-Podcast" richtet sich an (Verkehrs-)Unfallopfer und deren Angehörige, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Versicherungen die sich mit Personenschadenmanagement beschäftigen sowie an alle an sozialer, medizinischer und beruflicher Rehabilitation Interessierten. Ohne Fachsprache unterstützt der "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Verkehrsunfallopfer und deren Angehörige bei Ihrer Veränderung.


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1997 änderte sich das Leben von Ramona an einem Sommertag im August durch einen Autounfall schlagartig. Derartiges ist kein Einzelfall. Das einschneidende Erlebnis muss verarbeitet werden und schwere gesundheitliche Folgen nebst langwierigen Rehabilitationsmaßnahmen führen dazu, dass sich Menschen aus ihrem bisherigen Leben herausgerissen fühlen. Körperliche Einschränkungen beeinträchtigen ebenso, wie das Selbstwertgefühl unter optischen Makeln leidet. Es verwundert kaum, dass sich Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit einstellen. Zuvor gläubigen Menschen mag es schwerfallen, ihre Überzeugung wiederzufinden und ihre Hilflosigkeit zu überwinden.

Glaube wird infrage gestellt

Ramona wuchs unter gläubigen Baptisten auf - der Glaube an Gott war ihr nicht fremd. Schon mit 16 stellte sich allerdings erste Kritik ein: "Ich will keinen Glauben, den mir ein anderer vorschreibt, sondern ich will meine eigenen Erfahrungen machen." Sie setzte sich hintergründiger damit auseinander, was Glaube eigentlich ist, und fand für sich einen Weg, den Ihren zu leben. Als sie 22 war, folgte der Unfall: Es gab einen frontalen Zusammenstoß mit einem anderen Wagen, dessen Fahrer verstarb. Sie selbst wurde als halbe Holländerin per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Groningen geflogen und erhielt mehrere Blutkonserven. Allerdings erst, nachdem ihr Fahrzeug mit einem Unimog auseinandergezogen wurde, um Ramona zu befreien, denn der Motorblock hatte sich in ihren Unterleib geschoben. Sie blieb am Leben, musste jedoch zahlreiche Operationen und kosmetische Korrekturen, über sich ergehen lassen.

Mit Ängsten umgehen und Zuversicht finden

Ramona schildert einige Gedanken, die so oder ähnlich viele Unfallopfer beschäftigen: "Warum lässt Gott das zu oder warum gerade ich?" Später änderte sich ihre Einstellung und die fragte nicht mehr nach dem Warum, sondern nach dem Wozu. Ihr wurde klar, dass sie ihre Lebensfreude, die sie so sehr vermisste, nicht dadurch wiederfinden würde, indem sie mit Dingen haderte, die nicht erreichbar waren, nicht mehr funktionieren konnten, sondern indem sie ihre Sichtweise änderte. Obgleich es kaum ein Patentrezept gibt, ist es sicher das Wichtigste, erst einmal in sich hineinzuhören, sich zu fragen, wo soll es unter den gegebenen Umständen hingehen? Dies bedeutet zugleich, an Gott glauben zu lernen, an Jesus zu glauben oder eben andere ureigene Werte zu definieren.

Ramona stellte fest: "Ok, ich hatte diesen Unfall, aber Gott hat trotzdem auf mich aufgepasst. Er hat mir einen super Partner an die Seite gegeben, der das Ganze mit mir trägt und durchsteht und der mich nach dem Unfall geheiratet hat mit allen Narben und Behinderungen." Was sie am meisten vermisste, war der Spaß am Leben. Es plätscherte einfach so dahin. Das wollte sie so nicht mehr. Sie entschied sich, wieder Freude zu finden und entdeckt sie in vielen kleinen Dingen um sich herum, statt mit ihrem Schicksal zu hadern. Dies ist sicher ein schwieriger Prozess - aber ein möglicher und erfüllender, wenn sich der Mensch dafür entscheidet.

Schlüsselwörter
An Gott glauben lernen, Hoffnungslosigkeit überwinden, Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit, Lebensfreude finden, Glück finden, mit Ängsten umgehen, Zuversicht finden, Gott finden, an Jesus glauben, Baptisten, Christen,

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Nach einem Unfall mit Hirnschädigung geht es oft erst einmal in das Akutkrankenhaus und danach in eine neurologische Früh-Reha. Oft ist der Patient aber noch nicht fähig bereits nach Hause zu gehen, weil noch ein erhöhter Pflegebedarf besteht. In diesem Fall schickt der Sozialdienst die Patienten in eine neurologische Phase-F-Einrichtung. In einer solchen Einrichtung arbeitet Anja Böning als Pflegedienstleiterin und zwar im Neurologischen Pflegezentrum (NPZ) in Badbergen seit der Eröffnung 2008. Das NPZ gehört zu Reha-Aktiv der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück.


Ziel ist es natürlich, den Patienten zu helfen und sie sobald als möglich in die Eigenständigkeit zu entlassen. Die Phase F stellt hierbei eine besondere Form der Pflege dar, da Patienten oft durch schwere und langfristige neurologische Störungen eingeschränkt sind.

„Unser Ziel ist es zustandsverbessernd zu wirken und Konzepte zu entwickeln, sie auch irgendwann wieder in die Häuslichkeit zu entlassen“, erklär Anja Böning. Dabei kann eine Verbesserung auf kognitiver Ebene stattfinden oder es können Bewegungsabläufe wieder abgerufen werden. Am Ende soll eine feste Tagesstruktur entstehen, die es den Patienten einfacher machen soll, ihre alltäglichen Aktivitäten besser zu planen und durchzuführen. Dabei arbeitet das Neurologische Pflegezentrum Badbergen mit Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungen, Krankenkassen, Haftpflichtversicherungen und Pflegekassen zusammen. Ergänzend zur alltäglichen Pflege gibt es die Möglichkeit für Ergo-, Hippo-, Logo-, Musik- und Physiotherapie sowie psychotherapeutische Behandlungen. In vielen Einrichtungen stellt 63 das Maximalalter dar, da viele der Meinung sind, ab diesem Alter sei das Reha-Potential nicht mehr vorhanden.

Im NPZ Badbergen hingegen versteht das Pflegepersonal, dass die Phase-F-Einrichtung für viele ein Zuhause geworden ist. Und aus diesem neuen Zuhause sollen sie nicht vertrieben werden. Der älteste Patient im NPZ Badbergen ist 80 Jahre alt. Von den insgesamt 32 Plätzen haben sie Patienten von jung bis alt und auch mit verschiedenen Schweregraden, von Wachkoma bis Menschen mit eher kognitiven Einschränkungen. Eine gute Möglichkeit auch einen Schritt in Richtung Berufsleben zu machen ist die hauseigene Werkstatt für Menschen mit neurologischer Beeinträchtigung. Hier lernen die Patienten wieder in das Leben zurückzufinden; mit Erfolg wie Anja Böning anhand eines Beispiels eines Patienten erzählt, der mit dem apallischen Syndrom eingeliefert wurde: „Der geht jetzt in die Werkstatt, er ist mittlerweile soweit, dass er in Begleitung wieder laufen kann, er kann Treppen steigen in Begleitung, er kann anhand eines Computersystems kommunizieren mit uns.“

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Sie haben ein Problem und wie können Sie das lösen? Machen Sie aus einem kleinen (Problem-) Haufen einen riesigen Berg? Wo findet das statt? „Begegne jedem Problem mit der Haltung, ich bin stärker als du, ich werde eine Lösung finden!“, ist der Spruch, der Kathrin und Jörg heute beschäftigt. Und welche Strategien haben Sie für das Finden von Lösungen? Jörg hat einen Klienten begleitet, der sich an seine Lösungsstrategien erinnert. Damit wird er trotz Unfallfolgen sehr erfolgreich in seinem neuen/alten Beruf! Dabei geht es darum, auch das Endergebnis nicht nur zu sehen, sondern auch zu fühlen. Das könnte eine Ihrer neuen Strategien sein.

Probleme entstehen im Kopf
Ein Problem wird erst dann zu einem Problem, wenn Sie es zu einem machen. Wenn Sie die aktuelle Situation negativ betrachten und das (vermeintliche) Problem in den Fokus stellen. Dies wiederum blockiert Sie Lösungen zu finden, denn, wenn Sie nur das Problem im Blick haben gelingt es Ihnen nicht den Blick zu erweitern und nach Lösungen zu suchen. Außerdem werden Probleme häufig größer als sie tatsächlich sind. Schnell wird aus der umgangssprachlichen Mücke ein Elefant und die Lösung scheint schier unmöglich.
Der erste Schritt zur Lösung beginnt bei der Formulierung. Jörg Dommershausen hat für sich erkannt, dass es keine sogenannten „Probleme“ gibt. Probleme sind reine Nominalisierungen. Das bedeutet nicht, dass eine Situation nicht schwierig oder herausfordernd sein kann. Wichtig ist nun der Umgang mit der Situation. Denn wer nur das Problem sieht, der sucht nicht nach Lösungen.

Jeder hat die Stärke eine Lösung zu finden
Eine weitere wichtige Komponente auf dem Weg zum Ziel ist ihre persönliche Stärke! Sie sind stärker als das Problem und wenn Sie sich dessen bewusst sind, werden sie auch Lösungen finden. So erging es einem unserer Klienten. Dieser hat Jahre lang als Tischler im Küchenbau gearbeitet. Durch einen schweren Unfall war diese Arbeit in der bisherigen Form nicht mehr möglich. Durch einen Hinweis von Jörg Dommershausen fand ein Umdenken statt. Der Klient hat erkannt, dass er die Stärke und Fähigkeit besitzt Küchen nicht nur aufzubauen, sondern auch zu planen und zu entwerfen. Diese Erkenntnis führte zur Lösung des Problems.
Es kommt also nicht darauf an das Problem in den Vordergrund zu stellen, sondern den Kopf frei zu machen und den Blick für mögliche Lösungen zu öffnen. Denn diese können auch fernab von üblichen Wegen zu finden sein.

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Dagmar Köller arbeitet seit 12 Jahren im Neurologischen Reha Zentrum Friedehorst im Sozialdienst. Dabei widmet sie sich der Arbeit mit Patienten und deren Angehörigen. Auf dem selben Gelände findet sich auch das Elternhaus, das Familien die Möglichkeit gibt, abseits vom Reha-Alltag einen Ort der Privatsphäre zu finden. Denn Eltern gemeinsam mit Kindern unterzubringen kann auch einen therapeutischen Wert haben.

Doch zurück zum Sozialdienst, hier stellt die Verwaltung natürlich einen Großteil des Arbeitsaufwandes dar. Hierzu zählen Anträge an Kostenträger zu stellen, Gespräche mit Kostenträgern zu führen und Patienten und deren Angehörigen zu helfen, Anträge auszufüllen. Aber ein anderer wichtiger Teil ist auch die psychosoziale Arbeit: „Wenn ich spüre, da sitzt mir jemand gegenüber, die Mutter ist so unter Druck beispielsweise, den Tränen nahe, dann wird natürlich erst einmal darüber geredet, wie geht es Ihnen eigentlich?“.

Wenn es um das Antragsstellen geht, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten: Antrag auf Schwerbehinderung, wenn bereits einer gestellt ist, gibt es auch die Möglichkeit eines Antrags auf Neuausstellung, auch Verschlimmerungsantrag genannt. Wobei Verschlimmerungsantrag das falsche Wort ist, wie Dagmar Köller findet, denn: „sagen wir die Krankheit hat sich verschlechtert, aber der Mensch ja nicht.“ Es gibt auch Fahrtkostenanträge, Anträge auf Wochenendbefreiung, Anträge auf Reha-Urlaub, der oft wichtig ist. Problematisch ist es hierbei, wenn wie bei den Krankenkassen nur nach Fakten entschieden wird und nicht der Mensch dahinter gesehen wird. Neben den Antragsstellungen macht auch das Reha-Management ein Teil des Sozialdienstes aus.

Hierbei stellt sich Dagmar Köller Fragen wie es den Patienten und ihren Angehörigen geht, ob sie alle nötigen Informationen haben und ob sie sich wohl fühlen. Und es ist während und am Ende der Reha auch wichtig, dass man erkennt, ob das Familienleben als solches noch möglich ist oder ob es hier weiterer Hilfe bedarf: „Ich habe schon Eltern gemeinsamen Urlaub verordnet und hab gesagt so, hab das mit dem Kind abgesprochen, dass das Kind dann ein Wochenende in der Reha bleibt, und Mutter und Vater fahren nach der langen Zeit dann hier an die Nordsee um einfach auch einmal zusammenzufinden.“

Es muss auch besprochen werden, wie der erneute Einstieg in das Schulleben erfolgt, ob die Kinder Hilfe brauchen und wo sie diese bekommen können. Im gesamten Sozialdienst stellen Wünsche einen wichtigen Motor da und hier würden erhöhte monetäre Ressourcen natürlich Abhilfe schaffen. Doch Dagmar Köller betont, es geht oft auch um die kleinen Wünsche und darum dem Patienten zu erklären, wo die Grenzen liegen.

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„Jeder Tag hat neue einhundert Prozent!“ sagt Kathrin. Leichter gesagt als getan? Jörg stellt sich jeden Morgen die Frage: „Was kann ich heute Morgen Tolles neu für den Tag planen?“ Auch leichter gesagt als getan? Aus der Praxis berichten Kathrin und Jörg, wie Verkehrsunfallopfer ihr Denken verändert haben und ihre Ziele erreichen.

100% - das ist das Ganze, einfach alles. Aber niemand hat gesagt, dass Deine ganz persönlichen einhundert Prozent immer gleich sein müssen.

„Wie Du damit umgehst, was Du hast, ist wichtiger als das, was Du hast“

Nach einem Unfall tendiert man dazu, das, was man vorher hatte, sein altes Leben – Privates, Beruf, Körperliches – als seine lebenslänglichen einhundert Prozent anzusehen, die man nun aufgrund der Unfallfolgen nicht mehr erreichen kann. Doch das ist der falsche Ansatz. Jeden Tag setzen sich Deine einhundert Prozent neu zusammen, aus dem, was Du bist und leisten kannst. Das heißt nicht, sich zurückzulehnen und keinen Ehrgeiz mehr zu zeigen, weiterzukommen oder Neues zu schaffen. Vielmehr hat man damit jeden Tag von neuem die Chance, das Beste aus allem zu machen – mit den eigenen einhundert Prozent!

So gestaltet sich Ihr eigenes Gesamtbild oder Lebensbild. Wichtig ist dabei, sich nicht von den Werten anderer beeinflussen zu lassen. Nur Sie selbst entscheiden, was für Sie passt und was nicht!

Hat man seine neuen einhundert Prozent erkannt und auch anerkannt, kann man sich täglich neu auf seine Ziele und Träume konzentrieren. Dazu gehört auch einzusehen, dass die neuen einhundert Prozent einen Lebenstraum vielleicht nicht mehr möglich machen. Aber es gibt Alternativen!

Wie es sich anfühlt, wenn von außen die eigenen Fähigkeiten falsch eingeschätzt werden und man selbst nicht in der Lage ist, seine eigenen hundert Prozent zu zeigen, erfährt man im Buchtipp dieser Sendung. Martin Pistorius: „Als ich unsichtbar war: Die Welt aus der Sicht eines Jungen, der 11 Jahre als hirntot galt"

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